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Hurdle The World mit Freundin vor Wasser.

Vietnam

Das erste Mal auf unserer Reise sind wir wirklich im Backpacker Style durch ein Land gereist und haben dabei festgestellt, dass wir uns dafür das richtige ausgesucht haben. Zusammen mit Lea, einer Freundin von Lovis, sind wir von Norden nach Süden gereist und haben dabei auch ausprobiert, wie es für uns ist, mit dem Bus zu reisen. Fazit: Definitiv anstrengend, aber mit Lea an unserer Seite machbar.

 

Gestartet haben wir unsere Reise durch Vietnam in Hanoi. Dort empfing uns das erste Mal auf unserer Reise die Deutsche Botschaft. 

Der Verkehr in den Großstädten ist sehr wuselig, offizielle Regeln scheint es kaum welche zu geben und falls doch, werden diese weitestgehend ignoriert. 

Um über die Straße zu gehen, braucht man schon ein Stück Urvertrauen in die Verkehrsteilnehmer, obwohl diese einen so gekonnt umfahren, wie sich eine Ameisenstraße um ein Objekt schlängelt. 

Von dem Essen können wir nur Positives berichten, so war unser gemeinsames Lieblingsessen die klassische Pho. 

Was die Infrastruktur und Barrierefreiheit angeht, besteht auf jeden Fall Luft nach oben, dafür sind die Leute um so hilfsbereiter. In Vietnam hatten wir die Möglichkeit mit dem Staatsradiosender "Voice Of Vietnam" (VOV) und einer lokalen Zeitung über das Thema Inklusion zu sprechen und haben zudem noch eine Behindertenorganisation in Ho-Ch-Minh-Stadt (Saigon) besucht. 

Vietnam Website-34.jpg
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1,5/5

Vietnam ist ein sehr schönes Reiseland, welches wir allerdings als sehr wenig barrierefrei erlebt haben. Einem Rollstuhlfahrenden können wir nicht besten Gewissens empfehlen, hierhin zu reisen, da die Infrastruktur gar nicht auf die Bedürfnisse körperlich eingeschränkter Personen ausgerichtet ist. An vielen Stellen sind Treppen die einzige Option, entweder gibt es gar keine Bürgersteige oder sehr hohe Bürgersteige in schlechtem Zustand, meistens ohne eine Rampe. Die meisten Straßen sind entweder nicht asphaltiert (mehr auf dem Land) oder haben viele Schlaglöcher (in den Großstädten). In den großen Metropolen ist der Verkehr aber so verrückt, dass man eigentlich nicht auf der Straße gehen möchte. Am Ende bleiben einem Mobilitätseingeschränkten also nicht wirklich sichere Möglichkeiten für die Fortbewegung. So gibt es natürlich Taxen, jedoch haben wir in unserer dreiwöchigen Zeit vor Ort auch kein rollstuhlgerechtes Auto gesehen. 

Was den gesellschaftlichen Umgang mit den Themen Behinderung und Inklusion angeht, bleibt zu sagen, dass einerseits ein kleiner Teil der Gesellschaft aus religiöser Tradition heraus noch daran glaubt, dass behinderte Menschen zu Recht mit einer Behinderung bestraft wurden, da sie im vorherigen Leben etwas schlechtes oder bösartiges getan haben. Dies trifft aber vor allem auf die auf dem Land lebende, ältere Generation zu. Die deutliche Mehrheit der Vietnames*innen denkt nicht so! Andererseits gibt es eine Art Klassengesellschaft innerhalb der Gruppe behinderter Menschen. Die Menschen, die aufgrund von Agent Orange (Giftgas welches von den US Amerikanern im Vietnamkrieg eingesetzt wurde) eine Behinderung entwickelt haben, genießen ein höheres Ansehen, als behinderte Menschen ohne Einfluss von Agent Orange. Uns wurde gesagt, dass dies daher kommen könnte, dass man bei Agent Orange weiß, woher die Behinderung kommt, was bei anderen Behinderungen nicht immer der Fall ist. Gemäß dem Motto: Unbekanntes wird erst einmal gemieden. Im Alltag sind selten bis gar nicht behinderte Menschen zu sehen, auch hier werden diese teilweise noch zu Hause versteckt. Die Unterstützung vom Staat reicht für ein eigenständiges Leben ohne Beruf (aber auch mit Beruf) längst nicht aus, weswegen behinderte Menschen meist ihr Leben lang bei der Familie wohnen. Auch ist uns ein Aspekt aufgefallen, der für alle von uns bereisten asiatischen Länder gilt (mit Abstrichen bei Singapur): 

 

Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen vor Ort. Einiges von der sehr ausbaufähigen Infrastruktur, wird durch die proaktive Hilfe der Viatnames*innen  aufgefangen. Teilweise ist man auf Alex zugesprungen, um ihm zu helfen oder aus dem Weg gesprungen, um ihm Platz zu machen. Auch wenn wir unsere Reise durch Vietnam sehr genossen haben, müssen wir festhalten, dass Vietnam alles andere als barrierefrei ist. Wir sind immer dafür Unbekanntes zu entdecken, man sollte sich aber als Mensch mit körperlicher Einschränkung vorher darüber bewusst sein, auf welche Hürden man treffen wird.

Schreibt uns Eure Meinung und Eure Erfahrungen.
Wie habt Ihr Vietnam erlebt?

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Hier haben wir Euch eine Kleine Galerie erstellt,
mit Bildern von unserer Vietnamreise.